Villingen-Schwenningen

Dm / Bild Dieter Mink

Vom göttlichen Puppenspiel
Marionettenspieler Helmut Schmidt ließ hinter die Kulissen blicken

NIEDERESCHACH (dm). In die Welt des Amateurpuppenspiels entführte Helmut Schmidt am Wochenende. Durch die guten Kontakte des Niedereschacher Bildungswerkleiters Norbert Ower zur katholischen Fachschule für Sozialpädagogik in Stuttgart war es gelungen, einen im Kreise er Puppen? und Marionettenspieler anerkannten Mann zu verpflichten. Dieser zog mit seinem Angebot eines Kasper-letheaters am Samstagnachmittag 220 Kinder in den Katharinensaal. Mit einer Ausstellung von Marionetten unterschiedlicher Aufgabenstellung wurde den Kindern, aber auch den Erwachsenen ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Der Lehrer von Erzieherinnen und Heimerzieherinnen an der Stuttgarter Fachschule stand auch gerne Rede und Antwort für die Besucher des Samstags. Der aus Berglen-Reichenbach stammende Pädagoge gibt eine Fachzeitschrift für das Amateurpuppenspiel namens "Schaufenster" heraus. Er sieht es als eine wichtige Aufgabe an, auch die Erwachsenen für das Puppenspiel und die Möglichkeiten lyrischen Ausdruck zu gewinnen. Ihm ist es ein Anliegen, bestehende Versorgungslücken im Bereich des Marionettenspiels zu entdecken und dann zu schließen. Denn "Puppenspiel ist von Göttern gesegnet, darum werde es nie sterben", heiße es in Indien. Schöpferisches Gestaltungsstreben bringe liebenswerte Figuren und Stimulanzien ? davon sind die Freunde des Marionettentheaters überzeugt. Für den Lehrer von Kindergärtnerinnen ist bei seinen Wegen "aufs Land" aber auch das Bemühen ein besonderer Antrieb, den Kontakt zur Praxis zu halten und zu suchen.
Denn neben dem plastischen Vorstellungsvermögen beim Modellieren, den notwendigen Werkstoff-kenntnissen, der Dramaturgie, Methodik und Didaktik und den rhythmischen Fähigkeiten beim Umsetzen der Melodien in Bewegung, sei es halt unbedingt notwendig, den Bezug zum Publikum herzustellen und aufrechtzuerhalten. Auch wenn die Schar der Zuschauer und Zuhörer am Abend bei der Marionetten-revue deutlich weniger war, als am Nachmittag beim Kasperletheater. Die abendlichen Besucher jedoch bekamen alle Möglichkeiten des Marionettenspiels aufgezeigt, die es für Laienspieler zu bewältigen gibt. Der 37jährige Künstler stellte mit dem Spiel der schwäbischen Großmutter, die dies und das erzählt, auch einen Bezug zu seiner Heimat bei Schorndorf her.

Hier geht es zur Portalseite zurück
Hier geht es zum Figurentheater
Copyright * Figurenkabinett * Helmut Schmidt * Stand: 7.2.2004