Winnender Zeitung 21.8.90
Gruber
Foto: Bernhardt

Beim "traurigen Löwen gab's viel zu lachen!"

BERGLEN. "Der Zauberer und der traurige Löwe" hieß die Geschichte, die sich Hobby-Puppenspieler und Berglen - Gemeinderat Helmut Schmidt ausgedacht hatte, doch zu lachen hatten die knapp 120 (!) Kinder im Oppelsbohmer Feuerwehrgerätehaus jede Menge: Hund Schnauzi, dem's dauernd "sooo aaarg laaang-weilig" war. Löwe Leo der seine Stimme verloren hatte und mit verheulter Schmusedecke ins Lampenlicht kroch. Großmutter, die sich Rat vom Wachtmeister erhoffte (den dieser auch nicht geben konnte). Der Räuber, der ebenso wenig Wort hielt wie der Zauberer, wofür beide einen ordentlichen Biss in den Hintern abkriegten. Und schließlich der Kasper, ganz Lenker und Held wie's sich für seinesgleichen eben gehört. Oben auf der Puppenbühne ging's drunter und drüber, das junge Publikum unten kam kaum aus dem be-geisterten Kreischen heraus. Und wenn der Handlungsaufbau teilweise auch etwas chaotisch wirkte- die Geschichte lebte ohne hin von den Puppen und deren (glücklicherweise) trotz allerlei Hightech-Spielzeug nicht totzukriegenden Anziehungskraft. Ach so, ja, fast hätt' ich's vergessen: Am Schluss konnte der Löwe Leo natürlich wieder, nach Herzenslust brüllen, Zauberer und Räuber hatten ihre gerechte. Strafe bekom-men, Kasperl tanzte mit der Großmutter Polka - und Puppenspieler Helmut Schmidt kam schweiß - gebadet hinter seiner Puppenbühne hervor. Die johlend dem Ausgang zustrebenden Kinder beachteten ihn kaum - sie hatten schließlich mit Schnauzi und Leo mitgefiebert, und nicht mit dem Mann, der sich die ganze Zeit über hinter dem Vorhang versteckt hatte.

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Copyright * Figurenkabinett * Helmut Schmidt * Stand: 7.2. 2004